Ich würde dir gerne eine Geschichte erzählen.

Ein kleiner Junge, geboren in einer ganz normalen Familie, ganz normale Umstände. Man würde sich nicht viel dabei denken. Heutzutage nennen viele sowas einfach: „Ein Gesicht in der Menge“. Für Gott ist jedoch kein Gesicht einfach nur ein Gesicht. Für ihn ist jeder Mensch DAS Gesicht.

Liebe ist das, was der Junge sich am meisten wünscht. Dieser Junge wächst auf, ziemlich unsicher, und weiß nicht, was seine Rolle hier auf Erden sein soll, und was der Sinn seines Lebens ist. Diese Frage glaubt er beantwortet zu bekommen, als er anfängt Freunde zu finden, die ihm das Gefühl geben, wichtig zu sein. Leider stellt sich heraus, dass auch diese Freundschaften auf etwas sehr Unstabilem aufgebaut sind. Leider fallen diese Freundschaften auseinander. Nebenbei wird er von Mitschülern gemobbt, seine Eltern trennen sich und er ist sehr verwirrt. Mit dem Gefühl, dass es allein an ihm liegt, dass er an allem schuld ist, fängt er an, Depressionen zu bekommen, sich zu ritzen und es bildet sich eine sehr große Wunde in seinem Herzen, nun fängt er an absolute Sinnlosigkeit in seiner Existenz zu sehen. Diese Wunde versuchte er durch diverse Angebote die diese Welt zu bieten hat zu stillen. Sei es mit Mädchen, Alkohol, Zigaretten oder anderem.

Sein tiefster Herzens Wunsch ist es einfach angenommen und geliebt zu werden. Dieser tiefe Schmerz der Einsamkeit, treibt ihn dazu, das er zulässt, jeglichen Sinn von Selbstachtung auf die Seite zu legen, nur damit die Leute ihn mögen. Er wollte einfach nur respektiert werden und jemanden haben, der ihn ansieht und in ihm etwas sieht, was Wert hat. Wie man sich bestimmt vorstellen kann, fühlte sich dieser Junge wie etwas das in den Schlamm geschmissen wurde und für unwichtig erklärt worden ist.

Der Schmerz

Der Schmerz entwickelte sich zu einem akuten, immer präsenten Sinn der Ablehnung und zu dem Gefühl, es jedem Menschen recht machen zu wollen. Die Einsamkeit verleitete ihn dazu, jegliche Persönlichkeit abzulegen, solange ihn Leute dann das Gefühl von Annahme gaben.

Was passiert mit einem Menschen, dem jeglicher Sinn von Selbstwert, Anerkennung und Liebe geraubt wird? Er fängt an, sich selber auch so zu sehen wie er behandelt wird. Schließlich müsse das ja Sinn ergeben, wenn fast jeder ihn so behandelt. Leider gibt es viele andere Menschen, die heute noch so wie dieser Junge denken.

Wahre Worte

Diese Geschichte, ist die Geschichte von mir. Das ist mein Leben, die Erfahrungen, die ich gemacht habe, bevor ich Jesus kennen gelernt habe.

Seitdem ich klein bin, hat mich meine Mutter immer in die Gemeinde (Kirche) mitgenommen. Ich würde sagen, sie gab ihr bestes, damit ich diesen Jesus kennen lernen durfte. Ja, ich gab mein Leben als ich 4 war zu Jesus. Jedoch hatte ich diese Entscheidung, wie man sich denken kann, nicht vollständig selber getroffen.

Als ich 15 Jahre alt war, entschied ich für mich: Ich brauche Gott nicht mehr, das bringt mir alles nichts. Ich ging Sonntags weiterhin zur Kirche, damit meine Mutter glücklich war.

Das Jahr 2011

Im Jahre 2011 entschied ich mich, es nochmal mit Gott zu versuchen und gab mein Leben wieder Gott hin. Anfangs tat ich das mit ganzen Herzen, aber schließlich holte mein altes Leben mich wieder ein. Ich hatte jetzt zwar christliche Freunde, jedoch sah ich diese nur alle 2 Wochen und konnte so auch kein wirkliches christliches Leben aufbauen. Nun, als ich zweieinhalb Jahre später ein Erlebnis mit einem Mädchen hatte, bei dem ich sehr verletzt wurde, bin ich zusammengebrochen. Das war der Punkt wo ich nicht mehr konnte. Ein Mensch kann nur soviel aushalten, bis er irgendwann komplett zusammenbricht. Ich hatte ja bereits erwähnt, das ich schon mal am Rand der Hoffnungslosigkeit stand. Aber diesmal war es anders. Dieses Mal merkte ich selber, dass ich so nicht mehr weiterleben kann. Mein Leben musste sich ändern.

Einen Tag darauf sagten 2 Freunde von mir -die Christen waren- dass ich es doch wieder mit der Gemeinde versuchen solle. Ich dachte mir, dass ich ja sowieso nichts hatte, könne ich es ja auch versuchen. Das geschah gegen September 2013.

Seitdem ist mein Leben nicht mehr das Gleiche. Ich durfte ein komplett neues Umfeld aufbauen, Freunde finden und Jesus wirklich kennen lernen. Heute darf ich sagen, dass Jesus wirklich, obwohl ich mich mit 15 gegen ihn entschieden hatte, der beste Freund ist, den man sich wünschen kann. Er ist so treu und voller Liebe, dass es ihm egal ist, was wir tun und er hört nicht auf für uns zu kämpfen, bis er uns hat. Jedoch lässt er uns immer noch den freien Willen zu entscheiden, ob wir mit ihm gehen wollen oder nicht.

Ich schreibe das hier am Ende vom Monat Juli im Jahr 2016. Meine Geschichte mit Jesus ging nach 2013 noch viel weiter. Erst vor kurzem durfte ich die Erneuerung meines Herzens, Selbstwertes und eine Gewissheit der Liebe Gottes erfahren. Ja, ich habe noch die letzten 2 1/2Jahre mit starkem Minderwert und ähnlichem zu kämpfen gehabt. Sogar teilweise mit Depressionen.

Der Knackpunkt

Warum ich dir das sage ist, damit du weißt, dass Heilung auch ein Prozess ist. Wir denken oft, dass wenn wir Christen werden, das Leben auch super wird und dass wir dann keine Sorgen mehr haben. Leider geht es sogar so weit, dass viele meinen, sobald sie gläubig werden, schalten sich ihre Gefühle aus und sie dürfen sich nicht mehr schlecht fühlen oder traurig sein. Viele vergessen, dass sogar Jesus weinte als Lazarus starb.

Heilung ist ein Prozess, den viele von uns gehen müssen. Es ist ein Weg, der lang und schmerzhaft ist. Jeder Mensch ist unterschiedlich und jeder Prozess dauert unterschiedlich lange. Vergiss nicht, dass dir in dieser Zeit die Tür zum Himmel sehr weit offen steht, und dass du Jesus in dieser Zeit in einer Intimität erleben kannst, die dir nicht immer so zur Verfügung stehen wird. Es ist etwas total Besonderes, mit Jesus zu weinen. Und ich wünsche dir, das falls du gerade eine schwere Zeit durchmachst, Ruhe in Jesus suchst. Nur in ihm wirst du die Heilung und Ruhe finden, die du brauchst.

Fühl dich frei, mir jeder Zeit zu schreiben, falls du Fragen zu meiner Geschichte hast oder selber Hilfe brauchst oder mir vielleicht deine Geschichte erzählen willst.